Wie würden Sie als Lehrkraft reagieren?

 

Sie stehen auf einer Brücke eines Flusses. Eine Schülergruppe erklärt die Geschichte des Kraftwerks. Fünf Schüler fotografieren sich mehrfach gegenseitig mit dem Handy. Ihr Auftrag lautete, die wichtigsten Merkmale der jeweiligen Exkursionsstationen festzuhalten. Wie reagieren Sie?

 

Lösungs- und Diskussionsgedanken von Studierenden der Fachdidaktik Geographie:

  • Darauf möchte ich mit einer Gegenfrage antworten: Bedingt nicht fast diese Konzeption einer Exkursion ein solches Verhalten - wenn das Kraftwerk nur als Kulisse dient für Referate, die zuhause geschrieben wurden und zuhause nachbereitet werden? - Müssen wir dafür ins Feld?
  • Ich finde es gut und schön, wenn wir auf diese "Problemstellung" Antworten in uns suchen - sie auch notieren. Doch - finde ich - liegt das Problem schon eine Stufe davor: im Konzept dieser Exkursion. Deshalb möchte ich meine Gegenfrage nochmals aufgreifen und zur Diskussion stellen. Müssen wir dafür ins Feld? Was denkt ihr? Ich würde mich auf eine rege Diskussion freuen.
  • Mittlerweile können wir ja ohne weiteres Bilder ins Schulzimmer holen - dafür müssen wir nicht ins Feld / vor ein Kraftwerk stehen. Die Geschichte, der Standort usw. würde ich in der Vorbereitung behandeln. Die S würden sich während der Exkursion vor Ort dann näher damit auseinander setzen; das Behandelte repetieren / vertiefen / erleben.
  • Ich würde mich kommentarlos zu dieser Gruppe stellen. Allenfalls würde ich nach dem Referat noch das Gespräch mit diesen SuS suchen und sie an die Fairness erinnern. Wenn ihr Auftrag allerdings gut erfüllt wurde, so hätte das keine weiteren Folgen.
  • Bei Schulveranstaltungen gilt ja eigentlich ein Handyverbot. Daher würde ich eine Kamera mitnehmen und gezielt einen/eine Schüler/in auffordern Bilder vom Objekt zu machen. Zum Spass aller kann man ja auch noch Fotos der Klasse am Ende machen lassen.
  • Ich würde die S fotografieren lassen aber sogleich einschreiten und jedem einzelnen einen Detailauftrag geben. z.Bsp. fotografiere die Wassermassen (Einfluss/Ausfluss), die Turbine, Kommandozentrale etc. Den Fotoapparat finde ich ein ideales Mittel, 'das geografische Auge' zu schulen. Die S sind m. E. unterfordert und benötigen einen weiteren Impuls oder eben einen Auftrag. Je nach S soll dieser einfacher oder komplexer ausfallen.
  • Für die Vortragenden ist die beschriebene Situation unangenehm und es liegt m. E. ganz klar in der Verantwortung der LP, die. daran zu erinnern, dass es eine Frage der Fairness ist, en MitschülerInnen zuzuhören. Wenn die LP nicht eingreift hat das u. U. Signalwirkung auf andere S. und es wird indirekt signalisiert, dass an ausserschulische Lernorten andere Regeln der Zusammenarbeit gelten. Andererseits ist je nach Altersstufe der Klasse die Tatsache, dass viele Ablenkungsfaktoren am Ort sind , zu berücksichtigen. Ich würde mir auch Gedanken zur Exkursionsgestaltung machen. Waren die Kurzvorträge zu langatmig? Aufstellung der Klasse? Sozialform? Grundsätzlich sollten die Verhaltensregeln für Exkursionen vorgängig in der Schule thematisiert worden sein, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.

Exkursionsgedanke

Die Lehrkraft: Es ist ein wunderbares Erlebnis, den Weg mit einer Klasse zu einer natürlichen Quelle zu suchen, zu finden und gemeinsam zu gehen.

Wenn von 26 Schüler/-innen letztlich 22 den Asphaltweg am Waldrand nicht verlassen wollen, sie den Weg durchs Dickicht den glitschigen Steilhang hoch partout nicht mitmachen wollen, weil ihre Schuhe und Kleider schmutzig werden und die Zecken beissen könnten...

was dann?

Quelle

Natürlicher Wasseraustritt im Wald: Noch keine der Schüler/-innen hatte vor der Exkursion eine Quelle bewusst wahrgenommen.