Kurskonzept für die Ausbildung in Fachdidaktik Geografie für künftige Lehrpersonen

Die Module sind auf 6 Semester ausgelegt und umfassen 17 ECTS-Kreditpunkte. Inhaltlich wurde darauf geachtet, dass didaktische Leitfragen und Aufgabenstellungen im Zentrum stehen. Explizit wird der Praxis- und Alltagsbezug für die künftigen Lehrpersonen über die schulstoffbezogenen Themenschwerpunkte hergestellt. Um Wiederholungen zu vermeiden und einen ganzheitlichen Durchgang transparent zu machen, werden die konkreten Schulthemen der obligatorischen Lehrmittel im Voraus aufgeteilt und publiziert. Es muss aufgrund der Rahmenbedinungen der verschiedenen Studiengänge gewährleistet sein, dass die Module auch einzeln, mit zeitlichen Unterbrüchen, belegt werden können. Pro Modulgruppe wird eine Leistungsnachweis eingefordert. In den jeweiligen Modulen sind Studienleistungen nachzuweisen.

Zu Web3.0 und zur Hypergeografie
Insbesondere im Modul 3.1 wird eine Fachdidaktik erarbeitet, welche auf die multimedialen Möglichkeiten der Zukunft ausgerichtet ist und konkret vom systematischen, linear orientierten Unterricht hin zu einer Struktur führt, die eine vernetzte, systemische Denkweise fördern kann und berücksichtigt, dass Schülerinnen und Schüler einst im Alltag mit allen digitalen Anwendungen auf vielerlei Geräten arbeiten können. Der Einsatz von Web2.0-Tools und die Entwicklung von Web3.0 erlauben eine andere Lebensweise. Lehre und Lernen werden davon betroffen und ein anderer Unterricht als er bisher bekannt ist, muss zumindest angedacht und in Häppchen probiert werden. Die Vernetzung der Inhalte und Entwicklung der mobilen Geräte sowie die direkte Nutzung der über Internet verfügbaren Software ermöglichen die Hypergeografie, letztlich nichts anders, als dass man mit Handy – das längst eigentlich keines mehr ist - , einem WiFi-Hasen oder dem Kühlschrank alle möglichen Anwendungen und Inhalte auf einfachste Weise nutzen kann, eben auch auf die Geografie bezogen. (Nr. 1 bis 6 Semesterreihenfolge)
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Herbstsemester
FD.GG.1.1.B Geografiedidaktische Grundlagen I (2 KP)

Unterricht planen, durchführen, evaluieren
Die geografische Bildung verfolgt das Ziel, die Wahrnehmung der Beziehungen und Prozesse zwischen Menschen, Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt in räumlicher Sicht zu fördern. Es sind unter anderem Werte und Haltungen in Bezug auf einen nachhaltigen Umgang mit dem System Erde zu entwickeln.
Zu den Kernfragen gehören das Was und Wie, die Auswahl, die Art und Weise der Thematisierung und die didaktische Transformation der Geografie für die Lernenden durch die Schaffung von geeigneten Lernsituationen und -umgebungen. Die fachwissenschaftlichen Inhalte können nicht per se von der Universität als vereinfachter und ausgedünnter Stoff auf die Sekundarstufe 1 übertragen und gelehrt werden.
In diesem Kurs geht es im Speziellen um die Geografie im Schulalltag, die Voraussetzungen von Schülerinnen und Schülern, die Geografielektionen und -einheiten bezüglich Planung, Durchführung und Auswertung, Es werden die Grundlagen der Geografiedidaktik erarbeitet und anhand von Praxisbeispielen dargestellt, bearbeitet und diskutiert. Themen sind unter anderem:
·  Schulgeografie als lexikalisches Vermitteln von länderkundlichem Wissen und/oder Bearbeitung von raumrelevanten, epochaltypischen Schlüsselproblemen sowie
·  Lehr- und Bildungspläne aus geografischer Sicht, Lernziele und Bildungsstandards (ein 1. Teil), Jahresplanung, Lernformen, Lehrmittel, Lehrmaterialien und Quellen.
Schulstoffbezogene Themenschwerpunkte: Räumliche Orientierung (Europa), Erde und Weltall, Länderkunde (Frankreich, Australien, USA, China), Geobuch 1 und 2
Studienleistungen: Lehrmittelanalyse und Präsentation, Vorstellen von Praxisbeispielen, Unterrichtsplanung (als LNW für Modulgruppe 1), Übungen
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Frühlingssemester
FD.GG.1.2.B Geografiedidaktische Grundlagen I (2 KP)

Medien im Geografieunterricht
Seit es den Geografieunterricht gibt, spielten Medien eine wichtige Rolle in der Unterrichtsgestaltung. Einst waren das Sammeln, Zeichnen und/oder Beschreiben von Gegenständen, Landschaften und Prozessen sowie der Einsatz der Wandtafel zentrale Arbeitsmethoden in der Geografie. Später kamen Fotografie und Film dazu. Heute sind es die elektronischen Medien, welche in verschiedensten Formen die Unterrichtsgestaltung verändern.
In diesem Modul geht es um den Umgang mit sogenannt klassischen Medien wie Sandkasten, Bildern, Karten, Atlas, Grafiken, Objekten usw. sowie dem Einsatz von Groupware und Lernplattformen im Zusammenhang mit einer zukunftsorientierten Wissen-, Material- und Arbeitsorganisation bis hin zum Smart Board.
Schulstoffbezogene Themenschwerpunkte: Von der Tundra zum Urwald, Entwicklungsprobleme Lateinamerikas, Geobuch 1 und 2
Studien- und Leistungsnachweis zu 1.1 und 1.2: Arbeitsbeispiele mit einer Lernplattform (Educanet2, Moodle, BSCW, Textmachina) erstellen und präsentieren, dazu Präsentieren einer Unterrichtsplanung/Jahresplanung (Quartal, Semester, …) aus 1.1
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Herbstsemester
FD.GG.2.1.Ba Geografiedidaktische Grundlagen II (2 KP)

Beurteilen und Bewerten
Von Fleiss, Ordnung, Betragen hin zur geografischen Performanz? Die Bezugsnormen von Beurteilungen und Leistungen haben sich gewandelt. Die Funktionen und Formen des Beurteilens und Bewertens sind vielfältiger denn je und werden in diesem Modul geografiespezifisch betrachtet.
Auf der einen Seite geht es um die Unterrichtsbewertung im Hinblick auf Lerneffekte und auf der andern um die Schülerinnen und Schüler, respektive deren Produkte und Prozesse, die es zu beurteilen gilt. Ausgehend von Fallbesprechungen werden Prüfungen (Herstellung, Auswertung, Besprechung), Heftführung aber auch (E)-Portfolio, Lern- und Reisetagebücher, Hausaufgaben usw. betrachtet.
Schulstoffbezogene Themenschwerpunkte: offen
Studienleistung und Leistungsnachweis: Prüfung durchführen und auswerten, Lerntagebuch führen und bewerten
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Frühlingssemester
FD.GG.2.2.Ba Geografiedidaktische Grundlagen II (KP 4)

Erweiterte Lernformen und ausserschulische Lernorte
Der Alltags- und Praxisbezug des Unterrichts wird heute vielerorts gross geschrieben. Viele Veranstaltungen prägen das Schulgeschehen. Die Angebote zum ausserschulischen Lernen sind enorm. Doch welche und wie sollen sie genutzt werden? In diesem Bereich haben geografische Überlegungen und Aspekte eine grosse Chance, im Bildungsgeschehen zu steuern und Qualitäten zu erzeugen. Geografielehrpersonen sind gefordert. Lager, Projektwochen, originale Begegnungen, Experimente usw. bieten besondere und nachhaltige Lehr- und Lernerlebnisse, wenn sie genutzt werden. Ob Museumsbesuch, die kleine Exkursionen rund ums Schulhaus, Geocaching oder M-Learning, nicht nur jede Lektion, auch jeder Lehrausgang bedarf einer didaktischen Analyse, eben einer spezifischen Vor- und Nachbereitung.
Schulstoffbezogene Themenschwerpunkte: Der Mensch verändert die Landschaft, Umwelt – nutzen, schonen, schützen, Geobuch 2
Studienleistung und Leistungsnachweis: Planung und Durchführung einer Exkursion (Videodokumentation erstellen), Kurzexkursionsbeispiel
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Herbstsemester
FD.GG.3.1.Ba Geografiedidaktische Vertiefung (KP 3)

Hypergeografie
Der systematische, lineare Durchgang des Geografiestoffs oder das Durcharbeiten von Lehrmitteln gehören theoretisch der Vergangenheit an. Andere Konzepte, zum Beispiel exemplarisches oder problemorientiertes Lernen sind gefragt. Die Hypergeografie bringt eine andere Dimension des Unterrichtens mit sich. Aufgrund der technischen Möglichkeiten sind andere Ordnungsmuster und Prinzipien für den Unterricht die Themenbearbeitung und -organsisation möglich. Web 2.0-Anwendungen eröffnen Chancen zum Vernetzen von Inhalten aller Art, zur prozessorientierten Zusammenarbeit, zum Dialog und Diskurs.
Die Rolle der Geografielehrkraft im Spannungsfeld von gesellschaftlichen Vorstellungen, technischen Chancen und tatsächlichen Möglichkeiten gilt es zu hinterfragen. Dazu gehört die Diskussion von verschiedenen, eigenen Lehr- und Lernparadigmen sowie geografischen Arbeitsmethoden.
Es geht in diesem Modul konkret um das Erstellen einer Hyperfiction mit tEXmachina und ähnlichen Tools, die zum Beispiel narrative Zugänge, Rollenspiele, Simulationen ungewohnter Art zulassen. Zukunft und Trends werden mit den Entwicklungen der Geografiedidaktik verwoben, auch in Bezug zur Fach- und Erziehungswissenschaft.
Schulstoffbezogene Themenschwerpunkte: Menschen und Kulturen, Spannungsfeld Orient - Okzident, Geobuch 1 und 2
Studienleistung und Leistungsnachweis: Herstellung und Wandel einer Charaktere (eines Avatars), einer Hyperfiction oder Erstellen und Kommentieren einer Arbeit mit Lernmodule.net, Webgeo, Flickr, Facebook, Delicious, Diigo, arXiv, etc. im Rahmen von Web 2.0
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Herbstsemester
FD.GG.3.2.Ba Geografiedidaktische Vertiefung (KP 4)

Unterrichtsgestaltung konkret – didaktische Analyse von ausgewählten Geografie-Themen
Unter Einbezug von elektronischen Medien wird auf der Basis des Blended Learning-Konzepts eine Unterrichtseinheit ausgearbeitet, in einzelnen Teilen durchgeführt und im Team evaluiert. Das Hauptziel ist, den stufen-, sach- und fachgerechten Einsatz von Materialien, Lehrmitteln und Medien unter aktueller Berücksichtigung von elektronischen Medien zu erproben.
Thematisch werden Audio- und Videoprodukte (Podcast, Vcast, Geocast) für die Unterrichtsanalyse und den Geografieunterricht, die Gestaltung von Arbeitsaufträgen, Lernaufgaben und Leitprogramme im Hinblick auf selbst gesteuertes Lernen focussiert. Es werden bestehende elektronische Lehrmittel geprüft und eigene Lernmodule hergestellt.
Zwei Leitfragen begleiten dieses Modul: „Was ist guter Geografieunterricht?“ Sowie „Bringen oder holen?“ (http://gloor.kaywa.ch)
Schulstoffbezogene Themenschwerpunkte: Nach Wahl
Studienleistung und Leistungsnachweis: Herstellung einer Selbstlerneinheit (oder ähnliches Projekt, z. B. eXeLearning-Module), testen, evaluieren; Präsentation und Analyse einer Lektion, einer Unterrichtseinheit oder eines kleinen Forschungsprojektes